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Geschichte der Stadt 

Vom 9. Jh. bis in die Neuzeit

Die kleine Stadt Hollfeld liegt inmitten der Fränkischen Alb, im fränkischen Radenzgau zwischen Bamberg und Bayreuth. Das Gebiet am Zusammenfluss von Wiesent und Kainach zeichnet sich sowohl durch seine beeindruckenden landschaftlichen Schönheiten als auch durch reiche vorgeschichtliche Funde aus.
Die Gründung Hollfelds war wohl bereits im Zuge der fränkischen Landnahme im 9./10. Jahrhundert erfolgt. In der Zeit vor der Stiftung des Bistums Bamberg (1007 n. Chr.) dürfte sich die Siedlung am Knotenpunkt wichtiger fränkischer Handelsstraßen im Besitz der Walpoten, eines Ministerialengeschlechts der Schweinfurter Markgrafen, befunden haben.
Die erste urkundliche Nennung Hollfelds stammt bereits aus dem Jahre 1017, als Kaiser Heinrich II. den Würzburger Altzehnt >>Holevelt<< im Radenzgau gegen Königshofen um Badenachgau tauschte und somit die Pfarre Hollfeld samt Umland dem neu gegründeten Bistum Bamberg zuführte. Anstoß zur Gründung einer planmäßigen Stadt mit wehrhaftem Burgcharakter dürfte Rivalität mit dem Geschlecht der Andechs-Merianer gewesen sein, das im Hollfelder Umland einige Burgen und weitere Besitzungen innehatte. Eine exakte Quelle für die Stadterhebung liegt nicht vor, doch wird Hollfeld in einer auswärtigen Urkunde 1285 erstmals als >>Stadt<< bezeichnet, die erste Eigennennung stammt dagegen erst aus dem Jahre 1329. Ein Siegelstempel, der Ende des 13. oder spätestens Anfang des 14. Jahrhunderts geschnitten wurde, trägt die Umschrift >>S. CIVITATIS IN HOLVVELT<<.
Das Zentrum der mittelalterlichen Stadtanlage bildete der Kirchenbezirk um die alte Marienkirche, auf der Höhe der sanft abfallenden Terrasse. Die erhöht liegende Siedlung am Zusammenfluss von Wiesent und Kainach gruppierte sich um den >>Oberen Markt<< (Marienplatz) und die Gangolfskirche.
Von immenser Bedeutung für die Entwicklung der Stadt war das Propsteiamt des Bamberger St. Gangolf-Stiftes, das die Grundherrschaft über einen Großteil aller Hollfelder Anwesen ausübte. Die Stadtherrschaft hatte bis zur Säkularisation der Fürstbischof von Bamberg inne. Hollfeld bildete im ausgehenden Mittelalter eines der Kleinzentren bambergischer Territorialmacht mit großem Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Umlandes. Als Grenzfestung zwischen dem Hochstift Bamberg und der Markgrafschaft Kulmbach-Bayreuth spielte die Stadt immer eine bedeutende Rolle. Durch Kriege und Brände wurde sie mehrfach zerstört. Die Verwüstungen durch die Hussiten im Jahre 1430, der Markgrafenkrieg 1552/53 und der 30jährige Krieg 1618/48 hinterließen tiefe Spuren in Hollfeld, das 1724 durch einen weiteren verheerenden Stadtbrand heimgesucht wurde.
Mit dem Bamberger Hochstift kam die Stadt im Jahre 1803 an Bayern. Von 1862 bis 1919 war Hollfeld selbständige Distriktgemeinde, die insgesamt 89 Orte umfasste, bevor es mit Ebermannstadt zu einem Bezirksamt vereinigt wurde.
Die Zeit des >>Dritten Reiches<< ging auch an Hollfeld nicht spurlos vorüber. Man schreckte damals selbst davor nicht zurück, die altehrwürdige St. Gangolfkirche ihrer Ausstattung zu berauben und das Gotteshaus zu einer nationalsozialistischen Weihehalle umzufunktionieren. Doch die menschenverachtende Gewaltherrschaft Hitlers konnte hier in der >>Bayerischen Ostmark<< den gewachsenen Traditionen keinen Abbruch tun.
In den letzten Kriegstagen des Frühjahres 1945, kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen, fand in Hollfeld eine äußerst ungewöhnliche, für die ganze Region schicksalsträchtige Zusammenkunft statt: Der Hollfelder Dekan Weihrather unternahm, zusammen mit dem Bayreuther Oberbürgermeister Dr. Kempffler und dem Bamberger Weihbischof Dr. Landgraf, einen gewagten Vorstoß. Sie versuchten, den SS-General Dr. Benno Martin zum Verzicht auf die Verteidigung der sog. >>Juralinie<< zu bewegen. Diese hätte zweifelsohne die Sprengung des Munitionslagers in Breitengüßbach zur Folge gehabt. Man wollte versuchen Bamberg und Umgebung den Amerikanern zu öffnen, um eine flächendeckende Bombardierung unter allen Umständen zu verhindern. General Martin willigte ein und versicherte, sich für diese wichtige Sache einzusetzen. Erst nach einigen äußerst brisanten Verhandlungen konnte schließlich erreicht werden, dass die deutsche Heeresleitung von der Verteidigung der >>Juralinie<< und der >>Festung Bamberg<< absah. Somit blieben die fränkischen Orte vor größerer Zerstörung bewahrt.
Nach dem Krieg erholte sich Hollfeld rasch wieder. Neben der Landwirtschaft und einigen Gewerbebetrieben wurde der Fremdenverkehr zur wichtigsten Einnahmequelle der Stadt. Im Zuge der Gebietsreform wurde die Stadt 1972 nach langer Zugehörigkeit zu Ebermannstadt dem Landkreis Bayreuth zugewiesen. Im gleichen Jahr wurde unter großen Anstrengungen die >>Gesamtschule Hollfeld<< gegründet. 1985 begann man in Hollfeld mit der umfangreichen Sanierung des sehenswerten mittelalterlichen Ortskerns, gefördert durch Mittel der Städtebauförderung.

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