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Bartholomäusspital 

Baumeister: n.b.
Bauzeit: 1664, Anfügung der Kapelle 1709

Die Heimatforschung reicht weit zurück und kann uns über den Stifter, die Zweckbestimmung und die Erbauung des Spitals in Hollfeld gute und verlässliche Auskunft geben. Wollen wir aber in jüngerer Vergangenheit kundig werden, können wir nur auf sehr dürftige Angaben zurückgreifen, die in der Hauptsache aus mündlicher Überlieferung von Gemeinde- angehörigen der älteren Generation bestehen.
Dem in hohem Rang denkmalgeschützten, 1464 erbauten Bartholomäusspital wurde erst viel später, nämlich 1709, die aus der Giebelseite vorspringende Kapelle angefügt, in der Hauptsache wohl, um den Heiminsassen des Spitals als Hauskapelle zu dienen. Sie stand aber auch schon früher, gewissermaßen von Anfang an der Pfarrpastoral zu Verfügung. Darauf lässt unter anderem eine Türe schließen, die von innen her noch erhalten, von außen her aber kaum noch erkennbar ist. Es bestand also für die Allgemeinheit von außen her ein Zugang zur Spitalkirche, ohne dass dadurch der streng geordnete „Heimbetrieb“, wie man aus der Heimordnung erkennen kann, gestört wurde.
Die Spitalkirche ist keine Wallfahrtskirche und hat auch nicht deren Attribute. Trotzdem steht sie in der Wertschätzung der Hollfelder Pfarrangehörigen hoch im Kurs. Es betet sich hier sehr gut, was vielleicht durch die räumliche Nähe des Tabernakels mit dem Allerheiligsten ausgemacht wird. Mag früher das Gedränge in dem recht kleinen Raum gestört haben, so hat man, um mehr Platz zu schaffen, zu dem danebenliegenden Saal (vielleicht ein Speisesaal), eine Verbindung hergestellt. Dazu diente ein Mauerdurchbruch, den man unschwer auch heute noch an der Wiederherstellung der Statik ausmachen kann. Dazu wurde ein mächtiger Unterzug geschaffen, der über dem Chorbogen mit starken Eisenschrauben abgefangen ist. Gut 40 Personen haben nun Platz, um hier zu beten und Gottesdienst zu feiern.
Die Ausstattung des Kirchleins gibt dazu die geistliche Einstimmung. Laut Kirchenführer stammt der Barockaltar, dessen Altarbild aus einer figürlichen Kreuzigungsgruppe besteht, aus der Zeit um 1500. Der Kirchenbesucher tut gut daran, vor allem den Gekreuzigten auf sich wirken zu lassen. Bemerkenswert sind im Kirchenraum auch die Figur der gekrönten Muttergottes mit Kind auf der linken Seite des Altarraumes und die Figur des hl. Bischofs Otto auf der rechten Seite, beide aus dem 15. Jahrhundert stammend.
Die Spitalkirche selbst steht unter dem Patronat des hl. Apostels Bartholomäus und kann somit ihr Patronatsfest am 24. August feiern.
Ein großes, schönes Kreuz an den Außenfront des Gebäudes kennzeichnet dieses Gotteshaus und lädt, ebenso wie die kleine Glocke im Dachreiter es Hauptgebäudes, zum Besuch der hier stattfindenden Gottesdienste ein.

Was vor dem Vergessenwerden unbedingt bewahrt werden sollte, ist der einstmals im Spital bestehende katholische Kindergarten. Schon vor dem 1. Weltkrieg gab es Bestrebungen, in Hollfeld eine „Kinderbewahranstalt“ einzurichten. Eine Geldsammlung unter Dechant Adolf Lurz und Oberamtsrichtersgattin Antonie Frech erbrachte damals einen Grundstock von 3.000,- Dm. Erst Anfang der Dreißiger Jahre gelang es jedoch unter Stadtpfarrer Georg Schneider, der viele Jahre segensreich in Hollfeld gewirkt hatte, die Kindergartenidee neu zu beleben. Unter starkem persönlichem Einsatz und sicher auch unter der Zuwendung persönlicher Geldmittel, betrieb er die notwendigen baulichen Veränderungen am Spitalgebäude und an den Außenanlagen. Im August 1934 war es geschafft und der neue Kindergarten konnte feierlich eingeweiht werden. Pfarrer Schneider sorgte auch gleich für die Bereitstellung des notwendigen Personals, indem er im Obergeschoss des Spitals einen kleinen Konvent mit Schwestern aus der Kongregation der „Töchter des allerheiligsten Erlösers“ aus dem Mutterhaus in Würzburg einrichtete. Es gibt heute noch ein paar Hollfelder Pfarrangehörige, die sich an einige Schwestern aus jener Zeit erinnern: sr. Oberin Tota war Kindergärtnerin und Sr. Cyriaca betreute die Kapelle, die Hauswirtschaft und den Garten, half aber auch im Kindergarten mit. Der wiederum erfreute sich großer Beliebtheit und guten Zuspruchs. Es gehörte gar nicht so selten zum Erscheinungsbild der Stadt, wenn Sr. Tota mit ihrer Kinderschar durch die Straßen zog, für deren Sicherheit sie ein einfaches Mittel verwandte, ein langes Seil. Die kleinen Rangen waren darauf gedrillt, sich rechts und links am Seil festzuhalten, sodass nie etwas passiert ist.
Wenn im Kindergarten Theater gespielt wurde, musste dies in mehreren Wiederholungen geschehen, weil der Andrang der Zuschauer so stark war.
Gott sei Dank sind Versuche der Einflussnahme von Seiten der Nazis nie bekannt geworden. In der Nachkriegszeit ging der Betrieb der „Kinderbewahranstalt“ nahtlos in den Städt. Kindergarten über, der dann vor mehr als zwei Jahrzehnten in sein neues Haus am Oberen Tor übersiedeln konnte.

 Verfasser: Alois Schatz



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