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Die Jahreskrippe in unserer Pfarrkirche

von E. Schraudner

Als kurz vor Weihnachten 1999 unser Stadtpfarrer Höfer zu einem Besuch bei uns weilte, kamen wir im Laufe des gemeinsamen Gespräches auch auf de Darstellung von Krippen und ihre große Aussagekraft. Unserer Hauskrippe war bereits aufgebaut und zeigte die Herbergssuche. Da sagte Herr Stadtpfarrer Höfer, er würde gerne eine Passionskrippe in der Stadtpfarrkirche haben, um so vor allem den Kindern das Geschehen des Leidens unseres Herrn zu zeigen. Vereinbart wurde, dass, wenn die Überlegungen weitere Form annehmen, man sich wieder treffen will.
Dieser Gedanke wurde dem Pfarrgemeinderat vorgetragen und er fiel auf fruchtbaren Boden. Zur Finanzierung wird der Ertrag des Pfarrfaschings in Aussicht gestellt und ich selbst konnte dann der Presse entnehmen, dass ich die Gestaltung der Krippe übertragen bekäme.
In der Gottesdienstordnung erfolgte ein Aufruf zur Mitarbeit, damit diese auf mehrere Schultern verteilt werden kann, denn das Ziel, bereits im Jahr 2000 eine Passionskrippe zuzeigen, war bereits geboren.
Zur ersten Besprechung im Pfarrhaus fanden sich neben Herrn Stadtpfarrer Höfer und meiner Person noch die Herren B. Breuer und E. Seeber ein. Hier erfolgte der Beschluss, dass -unter Voraussetzung der weiteren Zustimmung der Kirchenverwaltung- die Krippe in Form einer Kastenkrippe gebaut werden sollte, und plötzlich wurde aus der geplanten Passionskrippe eine Jahreskrippe.
Die Kirchenverwaltung stimmte dem Vorschlag zu, in der hinteren rechten Nische unterhalb der Empore eine Kastenkrippe zu errichten.
Der Arbeit stand nun nicht mehr im Wege. Als erstes wurden die Figuren bestellt und kurz nach Eintreffen waren sie bereits im orientalischen Stil bekleidet. Dafür danke ich meiner Frau, die diese Arbeit übernommen hat. Danach erfolgte die Planung für die ersten Gebäude, die danach von den beiden Schreinern zugeschnitten wurden. Den Herren Breuer und Seeber möchte ich ebenfalls “Vergelt’s Gott“ sagen. Ohne ihre Mitarbeit wäre die Fertigstellung in so kurzer Zeit nicht gelungen.
Vielen Gläubigen ist die Weihnachtskrippe mit ihren Darstellungen der Verkündigung, Herbergssuche, Geburt Jesu, Anbetung der Weisen und der Flucht nach Ägypten seit ihrer Kindheit ans Herz gewachsen. Danach endet die bildliche Darstellung biblischer Ereignisse.
In eine Jahreskrippe werden dem Lauf des Kirchenjahres entsprechend Szenen der Bibel dargestellt. Während der Fastenzeit das Leiden unseres Erlösers Jesus Christus, zu Ostern der Sieg des Herrn über den Tod –unsere Erlösung- denn ohne Ostern, ohne die Auferstehung Jesu, gäbe es ja auch kein Weihnachten. Ohne das Ostergeheimnis würde die Hoffnung der Heiligen Nacht nicht erkennbar sein. Erst mit dem Tod am Kreuz und der Auferstehung an Ostern wird unser Heil vollendet.
An Ostern 2000 wurde der Emmausgang dargestellt. Wie lauschen die Jünger dem Auferstandenen und wundern sich, dass sie ihn nicht erkannten. Auch wir erkennen vieles nicht, weil wir nicht mehr die Zeit haben zum Hören und zum Sehen.

Vielleicht wird mit der Jahreskrippe den jungen Menschen unserer Pfarrei das Evangelium näher gebracht, uns ein neues Sehen geschenkt werden, denn nicht umsonst heißt es: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“

Allen Interessierten wünsche ich Freude bei Betrachten des Geschehens mit Augen, Herz und.Sinn.